Wohnmobil Verschiffung nach Nordamerika

Wohnmobil Verschiffung nach Nordamerika

Nachdem wir Rocky innen komplett ausgebaut haben und ihn zu unserem zu Hause gemacht haben, wurde es nun Zeit das grosse Abenteuer zu starten. Rocky kommt auf’s Schiff. Die Verschiffung ist eine Ro/Ro Verschiffung, das heisst Rocky kommt nicht in einen Container.

Organisation

Die gesamte Organisation wurde uns von Seabridge abgenommen (www.seabridge-tours.de). Die gesamte Kommunikation verlief äusserst schnell und zuverlässig per E-Mail. Wir waren mit der Wahl von Seabridge als Vermittler für die Verschiffung mehr als zufrieden und können sie wärmsten Herzes empfehlen.

Natürlich ist die Selbst-Organisation der Verschiffung auch möglich, ob sich Aufwand und Mühe lohnen, können wir leider nicht sagen.

Verschiffung ab Hamburg

Unser Schiff die «Atlantic Sail» legt in Hamburg, Deutschland ab. Alternativ kann als Hafen auch Antwerpen, Belgien gewählt werden. Wir haben uns für Hamburg als Starthafen entschieden, da wir von hier direkt mit dem Flieger wieder nach Hause düsen konnten.

Es gibt mehrere Zielhafen, um nach Nordamerika zu verschiffen. Die beiden Häfen, die wir genauer unter die Lupe genommen haben, sind Halifax in Kanada und Baltimore in den USA.

Wir haben uns aus den folgenden Gründen für eine Verschiffung nach Halifax in Kanada entschieden:

  1. Die Anmeldung/Administration ist sehr einfach
  2. Der Flughafen Halifax ist sehr nah an der Stadt und somit nah am Hafen
  3. Die Flüge nach Halifax sind sehr günstig und es gibt sogar Direktflüge ab Frankfurt

Wöchentlich verlassen Fracht-Schiffe den Hamburger Hafen mit Destination Halifax. Für die gesamte Strecke benötigt das Schiff circa 10 bis 14 Tage.

Kosten für die Verschiffung

Jetzt wird es interessant. Oft erreicht uns die Frage, wie teuer denn die Verschiffung sei. Die Frachtkosten kann man mit folgender Formel sehr leicht für sein eigenes Wohnmobil berechnen:

Volumen = Länge x Breite x Höhe
Frachtkosten = Frachtrate x Volumen

Beispiel für unser Wohnmobil

Volumen = 6.50m x 2.20m x 2.90m = 41.47 m³
Frachtkosten = 41.47 m³ x 47€* = 1'949 €

*Derzeit liegt die Frachtrate bei 47€ pro m³.

Zu diesen Frachtkosten kommen nochmals zusätzlich circa 1’000 € für Speditions- und Hafengebühren, Treibstoffzuschlag, Anmeldung, obligatorische Unterbodenreinigung etc. dazu.

Im Total haben wir für die Verschiffung 2’944,30€ gezahlt.

Der Preis versteht sich für einen Weg von Hamburg nach Halifax. Die Rückverschiffung haben wir noch nicht gebucht, kennen daher den genauen Preis nicht.

Mit der oben aufgeführten Formel könnt ihr ganz einfach auch die Verschiffungskosten für eurer Wohnmobil oder euren Van berechnen.

Transport-versicherung

Der Vollständigkeit halber sollte noch erwähnt werden, dass die Möglichkeit besteht eine Transportversicherung abzuschliessen. Die genauen Konditionen können auf der Webseite von Seabridge in Erfahrung gebracht werden. Wir haben uns gegen eine Transportversicherung entschieden – und Rocky ist unversehrt in Halifax angekommen.

Als Passagier auf dem Schiff

Wer möchte kann sogar auf dem Frachtschiff mit nach Kanada / in die USA reisen. Die Kosten liegen derzeit bei

  • 937€ pro Person nach Halifax
  • 1’225€ pro Person nach Baltimore

Uns reizt der 2-wöchige Frachtschiff-Charme leider nicht und senden Rocky daher allein auf hohe See. Zudem war das Flugticket von Frankfurt nach Halifax (Direktflug mit Condor) mit 250€ pro Person um einiges günstiger als der Seeweg.

«Man lebt nur einmal»

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  1. Hier ein Tipp zur Seetransportversicherung (Stand April 2019):
    Bei neueren Wohnmobilen ist der Abschluß auf jeden Fall empfehlenswert. Die Prämie richtet sich nach dem Zeitwert. In unserem Falle habe ich den Händlerankaufswert zugrunde gelegt und verschiedene Versicherungen abgefragt. Es kamen abenteuerlich hohe Differenzen bei den Versicherungsangeboten heraus. Die teuerste Versicherung (Allianz) wollte bei Zeitwert 70.000 Euro für eine Strecke 960 Euro haben. Die meisten Versicherungen hatten außerdem angeboten, dass die Versicherungszeit nur auf dem Schiff gilt, also weder die Ein- noch die Ausfahrt versichert ist (wo eigentlich das meiste passieren kann). Die Standzeit im Hafen war auch nicht inbegriffen. Nach längeren Recherchen habe ich über die ERGO direkt einen Hamburger Versicherungsmakler gefunden, der für die Hin- und Rücktour (Zielort Halifax) insgesamt 420 Euro verlangte. Versichert ist das WoMo ab Erstellung des Car-Condition-Reports im Hafen bis zur Übergabe an den Eigentümer, also auch evtl Standzeiten im Hafen. Bei der ERGO direkt kann man auch eine abgespeckte Versicherung abschließen. Die tritt nur bei Totalverlust (also Absaufen des Schiffes) ein und hätte in unserem Falle 250 Euro gekostet.

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